Heinrich Wiegand

 

Am schmalen Rande eines wüsten Abgrunds

Gesammelte Publizistik 1924–1933

Herausgegeben von Klaus Pezold


400 Seiten
12,5 x 20,3 cm,
Festeinband, Schutzumschlag, Fadenheftung


ISBN 978-3-942473-12-5

 

24,90 Euro (D), 25,90 Euro (A), 43,90 sFr

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In der Weimarer Republik war das Feuilleton der Sozialdemokrat-ischen „Leipziger Volkszeitung“ eine weit über die Grenzen der Stadt hinaus angesehene Institution. Ab 1925 bereicherte Heinrich Wiegand das Blatt mit seinen Berichten über das reiche Musikleben Leipzigs, mit Kritiken zur modernen Literatur, Reportagen aus dem Alltagsleben der „kleinen Leute“ und kritischen Analysen der Zeitgeschichte. Sein besonderer Einsatz galt der Moderne in Musik und Literatur. Eindringlich warb er für Gustav Mahler und Richard Strauss, Igor Strawinsky und Arnold Schönberg, für Franz Kafka, Bertolt Brecht und Hermann Hesse, mit dem ihn eine persönliche Freundschaft verband. Nach dem Verbot der LVZ blieb ihm nur der Weg ins Exil, wo er bereits im Januar 1934, kurz vor seinem 39. Geburtstag, verstarb. Der Band bietet mit einer Auswahl von 140 Texten erstmals einen Überblick über das publizistische Werk eines großen, zu Unrecht vergessenen Kritikers.

 

Pressestimmen:
„Wiegand beherrschte die hohe Schule der Kunstvermittlung und betrieb sie mit einer sprachlichen Leichtigkeit, die noch heute frisch und authentisch wirkt. Nicht weniger war er ein Chronist seiner Zeit, beglückend klarsichtig und mutig genug für publizistische Paraden, in denen die Widersprüche und Konflikte der Weimarer Republik scharf hervortraten.“
(Ralph Gambihler, MDR-Figaro, 28. August 2012)

„Wie kunstsinnig und tiefgründig er das jeweilige Werk bis in die feinsten Nuancen hinein interpretiert, wie er die Aufführung ausgewogen beurteilt, den Musikern und den Dirigenten gerecht wird und schließlich selbst aus den Reaktionen des Publikums noch sinnvolle Folgerungen ableitet, das liest man mit größtem Respekt.“ (Horst Haase, Neues Deutschland, 14. Juni 2012)

„Grandiose Entdeckung – ein großartiges Buch. Der Rezensent hat kein Jota auszusetzen, was bei Kritiken eigentlich ganz und gar nicht Usus ist.“ (Wolfgang U. Schütte, Leipzigs Neue, 12. Mai 2012)

„Was deutscher ‚Persönlichkeitsjournalismus‘ einmal war, will sagen: wie ein tagesaktuelles Reagieren auf die Welt der Künste aussehen konnte, das von Leuten kam, die nicht nur über eine ‚gute Schreibe‘ verfügten, sondern auch über ein differenziertes, kenntnisgesättigtes Denkvermögen, der ist gut bedient, in diesem Sammelband zu schmökern. Er enthält journalistische Arbeiten von Heinrich Wiegand, in dem sich - dies ist nicht übertrieben - eine Perle an die andere reiht. Glücklich die Zeit, die solche Journalisten hatte.“ (Tilman Krause, Die WELT, 24. März 2012)

„Ein begnadeter Musik- und Literaturkritiker. Pezolds gewissenhaft edierte Sammlung zeichnet das Porträt eines vielseitig gebildeten Philantropen. Keine Spur ideologischer Borniertheit findet sich da. Keine Frage: Heinrich Wiegand war ein Publizist von außergewöhnlichem Format.“
(Hagen Kunze, Leipziger Volkszeitung, 27. Januar 2012)

„Mit dem von Klaus Pezold zusammengestellten Buch aus Zeitungsbeiträgen, die Wiegand zwischen 1924 und 1933 veröffentlichte, vervollständigt der Lehmstedt Verlag seine Reihe mit Büchern, in denen die seinerzeit sprach- und heimatlos Gemachten wieder ans Tageslicht kommen. Mit der Herausgabe der journalistischen Texte Wiegands wird der einstige LVZ-Autor wieder einem Publikum zugänglich gemacht, das Stil und Geist zu schätzen weiß. Gleichzeitig wird eine Leipziger Kulturepoche sichtbar, die auch in der Geschichte dieser Stadt einmalig war, in der nicht nur die Berühmtheiten von anderswo alle regelmäßig in die Messestadt kamen, sondern die Stadt selbst Berühmtheiten hervorbrachte, die man heute in dieser Dichte und Prägnanz lange sucht.“ (Ralf Julke, Leipziger Internetzeitung, 28. Januar 2012)


Autor:
Heinrich Wiegand (1895-1934), Journalist, ab 1925 Mitarbeiter und 1928-1933 Musikreferent der „Leipziger Volkszeitung“, 1932-1933 Redakteur der Monatsschrift „Kulturwille“ des Leipziger Arbeiterbildungs-Instituts, März 1933 Exil in der Schweiz, wo er Anfang 1934 nach kurzer schwerer Krankheit verstirbt.

Herausgeber:
Klaus Pezold (geb. 1937), Literaturwissenschaftler, 1960 Assistent bei Hans Mayer, 1970 Dozent und 1980 Professor für Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Leipzig













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