Melis, Die Ostdeutschen

Roger Melis

Die Ostdeutschen / The East Germans


Fotografien aus dem Nachlass /
Photographs from the estate 1964-1990

Herausgegeben von / Edited by Mathias Bertram

208 Seiten mit 169 Duotone-Abbildungen
24 x 27 cm, Festeinband, Fadenheftung


ISBN 978-3-95797-083-1

 

28,00 Euro

 



Autor | Pressestimmen | Bestellung | Interview Youtube | Interview Deutschlandfunk Kultur


Neues aus einem »stillen Land« – zehn Jahre nach dem vielbeachteten Fotobuch »In einem stillen Land« von Roger Melis (1940–2009) versammelt der Band »Die Ostdeutschen« neue, weitgehend unbekannte Fotografien aus dem Nachlass des Mitbegründers und Förderers der ostdeutschen Autorenfotografie. Melis verstand sich als Chronist seines Landes und begann bereits Mitte der 1960er Jahre, Ereignisse des öffentlichen und privaten Lebens in Fotografien zu dokumentieren. Der Band enthält zwölf Bildserien, die, beginnend mit Szenen von einer Militärparade am Tag der Befreiung 1965, über 25 Jahre hinweg bis zur Feier der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 führen. Die Fotografien beleuchten das Leben in der Kleinstadt, auf dem Lande, in Werkstätten und Fabriken, bei öffentlichen Veranstaltungen und privaten Feiern. Die Bildreportagen werden von Porträts von Schriftstellern, Künstlern und Schauspielern, Kindern, Jugendlichen und Familien sowie einer langen Reihe von Berufsporträts begleitet, die Zeugnis von Melis legendärer Bildniskunst ablegen. Die Aufnahmen entwerfen ein differenziertes Bild der Menschen in der DDR und ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen. Sie zeugen von Skepsis und Resignation der Ostdeutschen, aber auch von ihrem Stolz, ihrem Widerspruchsgeist und ihren Sehnsüchten.

 

Pressestimmen:

"Roger Melis war der wohl bedeutendste Fotograf der DDR. Die 'Wahrheit des Unsensationellen', sein oft zitiertes fotografisches Credo, bringt immer wieder spektakuläre Alltagsmomente hervor im vielgestaltigen, kulturell keinesfalls gleichgeschalteten Kosmos der versunkenen DDR." (Gunda Bartels, Tagesspiegel, 16. April 2019) 

"Melis ging es bei seiner fotografischen Arbeit nie um das Entlarven, nicht um einer Art Wallraffiade, um zu zeigen, wie schlimm das alles war. Im Gegenteil: Er behandelte alle Menschen, die er fotografierte, mit Respekt, suchte sie in ihrem täglichen Arbeitsumfeld auf, vermied das 'Bauen' von Bildern. Fast jedes Bild erzählt von Menschen, die die Selbstsicherheit ausstrahlen, das, was sie gerade tun, auch zu beherrschen und aus den oft primitiven Möglichkeiten doch ein handfester Ergebnis zu machen. Es ist die Würde, die vielen Ostdeutschen nach 1990 abgesprochen und abgekauft wurde. Auf einmal stehen die Fotos von Roger Melis als Herausforderung im Raum, konfrontieren eine irritierte Gesellschaft mit dem Verlorenen, das eben nicht in den herabgewirtschafteten Häusern und Fabriken steckt, die Melis auch fotografierte. Sondern in den Blicken dieser Menschen, die sich nicht scheuten, das Leben und die Zeit bei den Hörnern zu packen." (Ralf Julke, Leipziger Internetzeitung, 24. März 2019) 

»Die Arbeiten von Roger Melis zeigen eine andere Welt und andere Menschen als die in der staatlich gelenkten Presse veröffentlichten Fotos.« (Christoph Hein)

»Melis verbindet die registrierende Strenge eines August Sander mit der graziösen artistischen Aufmerksamkeit eines Cartier-Bresson für die Sensationen des Alltags.«
(Peter von Becker, Tagesspiegel)

»Melis fotografierte mit Liebe und Respekt, wie die Leute schwer arbeiteten, liebten, feierten, träumten. Wie sie ihren Alltag meisterten und trotz der Enge das Glück suchten.«
(Ingeborg Ruthe, Berliner Zeitung)

 

 

Autor:
Roger Melis (1940–2009), Fotograf, nach Anfängen als wissenschaftlicher Fotograf seit 1968 in Berlin als freischaffender Porträt-, Reportage- und Modefotograf für Zeitungen, Zeitschriften und Verlage in Ost und West tätig, zahlreiche Buchpublikationen, u. a. »Künstlerporträts« (2008) und »Am Rande der Zeit« (2010, beide im Lehmstedt Verlag) 

 

Interviews bei Youtube:

 

"Fotografieren, was und wo man will"

Roger Melis berichtet - Teil 1

Roger Melis berichtet über seine Lehrausbildung, die Anstellung als wissenschaftlicher Fotograf an der Charité, erste Autoren- und Künstlerporträts und seine Anfänge als Modefotograf

Roger Melis berichtet - Teil 2

Roger Melis berichtet über Kollegialität und Freundschaft unter den Fotografen in der DDR, seine Beziehung zu Wolf Biermann, über seine Arbeit als Porträtfotograf und die Entstehung des Buches "In einem stillen Land"

 

 




 












Aktuell

Ausstellung: 11. April bis 28. Juli Roger Melis: Die Ostdeutschen Reinbeckhallen Berlin
 

Lehmstedt Verlag,
Roger Melis: Die Ostdeuschen
Katalog: Download als PDF, ca. 1,5 MB


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Fotos
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