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Die Thomaskantoren des 17. und 18. Jahrhunderts gehörten
zu den bedeutendsten Komponisten ihrer Zeit. Aber was zog diese
herausragenden Künstler – allen voran den Köthener Kapellmeister
Johann Sebastian Bach – in eine städtische Knabenschule und
spornte sie an, hier auf höchstem Niveau kontinuierlich neues
Repertoire zu schaffen, das die protestantische Kirchenmusik
in ganz Deutschland prägen sollte? Was machte die Strahlkraft
der Schule aus, deren „berühmbter Chor“ schon 1648 von Heinrich
Schütz als einzigartig gerühmt wurde und die im ausgehenden
18. Jahrhundert als der Inbegriff eines „wahren musikalischen
Conservatoriums“ galt? Michael Maul ergründet auf der Basis
umfangreicher Quellenstudien und zahlreicher neuer Dokumentenfunde
die Entwicklung des Phänomens Thomasschule. Und er zeigt in
anschaulichen Porträts, wie die einzelnen Thomaskantoren, aber
auch kunstsinnige Rektoren und Mäzene die beispiellose musikalische
Erfolgsgeschichte der Institution stetig fortschrieben – und
damit den Grundstein für die bis heute ungebrochene Tradition
des Thomanerchors legten.
Autor:
Dr. Michael Maul (geb. 1978), Musikwissenschaftler am Leipziger
Bach-Archiv. Neben seinem preisgekrönten Buch „Barockoper in
Leipzig“ hat er zahlreiche Aufsätze zur Musikgeschichte der
frühen Neuzeit vorgelegt und durch spektakuläre musikalische
Quellenfunde auf sich aufmerksam gemacht.
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